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Unsere Glocken

Unsere Glocken

Glocken sind in verschiedenen Funktionen in nahezu allen Religionen bekannt. 
Die Einführung der Glocken ins Christentum soll im 4. und 5. Jahrhundert stattgefunden haben. Das Läuten als Ruf zum Gottesdienst wurde aber erst im Laufe des 5. und 6. Jahrhunderts bekannt und fand im 8. Jahrhundert durch irische Wandermönche eine weitreichendere Verbreitung und wurden von Papst Stephan IV. im kirchlichen Bereich fest verankert.

Bis heute sind die vielen Kirchtürme mit ihren Glocken prägende Elemente im optischen und akustischen Leben von Städten und Dörfern. Dies ist auch in unserem Seelsorgebereich der Fall. 

Im Glockenturm von St. Clemens befindet sich eine Rarität - die „Marienglocke“. Sie stammt aus dem Jahr 1453 und ist damit die älteste und wertvollste Glocke im Seelsorgebereich. Sie wurde wahrscheinlich in der gleichen Werkstatt wie die Glocken „Speziosa“ und „Preciosa“ des Kölner Doms gegossen und kann als deren Schwester gelten. Ergänzt wird das Geläut durch die „Clemensglocke“ (1648) und die „Josefsglocke“ (1960). Die ursprüngliche dritte Glocke, die „Katharinenglocke“ (auch 1648) wurde im Zweiten Weltkrieg wie so viele andere Glocken zu Kriegszwecken eingeschmolzen. 

Eine der vier Glocken im Turm von St. Cyriakus stammt aus dem Jahr 1634, sie wird liebevoll die „Alte Maria“ genannt. Die drei weitern Glocken des Geläuts stammen aus dem Jahr 1954.

  • Herz Jesu   (Schlagton c; neu 1954)
  • Maria    (Schlagton es; neu 1954)
  • Alte Maria (Schlagton f;  1634)
  • Josef (Schlagton g; neu 1954)

Mit diesen vier Tönen lässt sich das Kirchenlied „Oh Heiland reiß die Himmel auf“ anstimmen.

Im Glockenturm von St. Maria Königin hängen die 1850 von verschiedenen Stiftern gespendeten drei Glocken aus St. Ulrich und eine im Jahr 1967 ergänzte vierte Glocke.

  • Hl. Elisabeth (Schlagton e; aus St. Ulrich)
  • Hl. Mutter Anna (Schlagton fis; aus St. Ulrich)
  • Gottesmutter Maria (Schlagton gis; aus St. Ulrich)
  • St. Maria Königin (Schlagton h; neu 1967)            

Mit diesen vier Tönen lässt sich das Kirchenlied „Freu dich du Himmelskönigin“ anstimmen.

Vier Töne

Wenn man vom Turm der Kirche St. Martinus spricht, dürfen die Glocken nicht unerwähnt bleiben. Im Jahr 1770 wurde das Geläut der vier Glocken von Martinus Legros in Kerpen gegossen. Der Name der vierten Glocke verrät aber, dass auch an diesen Glocken die wechselvolle Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, nicht ohne Spuren zu hinterlassen, vorübergegangen ist. 1915, während des ersten großen Krieges, musste eine dieser Glocken abgeliefert werden. Die drei übrig gebliebenen Glocken musste die Pfarre im Zweiten Weltkrieg als Metallspende abliefern. Man brachte sie nach Hamburg, dort sollten sie eingeschmolzen werden. Sie überstanden aber den Krieg unversehrt und kehrten 1947 nach Kerpen zurück. Die vierte Glocke, die seit 1956 das Geläut wieder vervollständigt, erinnert an den aus Kerpen stammenden Priester und Sozialreformer Adolph Kolping. Die Inschrift dieser Glocke lautet: „ZUR  EHRE DES GESELLENVATERS ADOLF KOLPING GEB. 8. DEZEMBER 1813 IN KERPEN“.

Nr. Name Durchmesser (mm) Masse (kg,ca.) Schlagton (HT-1/16)   Gießer Gussjahr
1 Maria 1295 1300 es’ +-0 Martinus Legros, Malmedy   1770
2 Martinus 1153   950 f’ +2     1770
3 Hubertus 1042   700 g’ -2     1770
4 Kolping   840   350 b’ +2

Hans Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edel- brock, Gescher

  1956

Die historischen Glocken der alten Sindorfer Pfarrkirche St. Ulrich wurden im Jahr 1805 durch ein Feuer zerstört. 1850 konnten mit Hilfe zahlreicher Stifterinnen und Stifter drei neue Glocken angeschafft werden. Für die große, 1000 kg schwere „Elisabeth-Glocke“ im Schlagton e, deren Inschrift neben den Stiftern auch an die im Feuer zerstörten alten Glocken erinnert, hatten.  Gräfin Elisabeth Berghe von Trips und der Bürgermeister Hermann Josef Dünnwald gespendet. Die Inschrift auf der Glocke Anna, 700 kg schwer und im Schlagton fis, nennt fünf Paten, die 450 kg schwere Glocke Maria, Schlagton gis, hatte 3 Paten. Die Glocken wurden 1942 zum Einschmelzen nach Hamburg gebracht, konnten aber 1946 unversehrt nach Sindorf zurückkehren. Das von Pfarrer Stratmann vor dem Abtransport der Glocken heimlich aufgenommene Geläut ist eine Rarität.

Nach Fertigstellung der neuen Kirche wurden die alten Glocken aus St. Ulrich in den Turm der neuen Pfarrkirche gebracht und dort um eine vierte Glocke ergänzt. Eine namenlose Glocke verblieb in St. Ulrich.