St. Cyriakus, Götzenkirchen

Die Kirche in Götzenkirchen wird zum ersten Mal im Jahre 1262 in einer Urkunde des Mariengradenstiftes zu Köln erwähnt. Der römische Diakon Cyriakus gehörte zu den „Hausheiligen“ der Ottonen wie die Heiligen Laurentius, Hipolytus, Clemens und Cornelius. Erzbischof Anno II., Gründer des Marienstiftes, zu dessen Besitz Götzenkirchen ab 1286 gehörte, war ein Förderer der Verehrung des Hl. Cyriakus. Im Jahre 1337 ist erstmals von einer Pfarre Götzenkirchen die Rede. In 1522 wird die Kirche um einen südlichen Anbau erweitert, wie eine Inschrift über dem Portal ausweist. In 1779 musste das baufällig gewordene Gotteshaus abgerissen und durch einen einheitlichen barocken Neubau ersetzt werden. Der vierachsige Saalbau ist in sparsamsten barocken Formen gestaltet mit abgerundeten Ostecken und flachem Ostabschluss. An der Westseite steht der ungegliederte dreigeschossige Turm. Am Westeingang steht das Taufbecken mit Deckel aus Bronceguss. Aus der Abteikirche Knechtsteden erhielt die Kirche die Barockkanzel. Aus der früheren Kirche stammen die Glocken, der Taufstein, die Holzfiguren der heiligen Antonius und Sebastianus sowie die Pieta. 1803 fiel das Mariengradenstift der Säkularisierung zum Opfer. In der Folge kam 1808 das Ende der Pfarre Götzenkirchen. In den Jahrzehnten danach bemühten sich die Einwohner darum, dass wieder Gottesdienste gehalten wurden. 1852 verfügte der Kölner Erzbischof, dass an Sonn- und Feiertagen eine Messe gehalten wird. Erst 1947 wird St. Cyriakus zur selbständigen Rektoratspfarre erhoben. Nach Kriegsschäden und Schäden durch den Braunkohlenabbau wurde die Kirche und ihre wertvolle Inneneinrichtung in 1966 grundlegend renoviert.
Eine umfangreiche Chronologie des Ortes Götzenkirchen und der Pfarrei St. Cyriakus, verfasst von Josef Holthausen, kann im Pfarrarchiv Christus König eingesehen werden.