Christus König, Horrem

Zur Geschichte: Die Clemenskirche genügte um 1900 trotz der Erweiterung der ständig wachsenden Seelenzahl schon längst nicht mehr. Im Jahre 1909 kam Pfarrer Keuchen nach Horrem mit der Aufgabe, den notwendigen Kirchenbau in Angriff zu nehmen. Bereits im Jahre 1913 schenkte Graf Maximilian Berghe von Trips ein Grundstück in der Mitte der Gemeinde. Im folgenden Jahre sollte der Kirchbau zur Ausführung kommen. Der Architekt, Prof. Eduard Endler, hatte die Pläne fertig, die Baugenehmigung war erteilt, da brach der erste Weltkrieg aus und machte die Ausführung unmöglich. Die Inflation entwertete die gesammelten Gelder der Gemeinde. Pfarrer Keuchen musste von neuem anfangen und brachte es nach mehreren Versuchen fertig, dass Ende 1929 die Verhandlungen beginnen konnten. Am 2. Weihnachtstag 1930 konnte der erste Spatenstich erfolgen. Am 19.April 1931 war die feierliche Grundsteinlegung und am 20. Dezember 1931 die Benediktion durch Msgr. Eck aus Köln.


Der Kirchenbau: Die Kirche ist im Basilikenstil erbaut, weist eine WestOstAusrichtung auf und trägt den Stempel des technischen Zeitalters", denn die Architekten Eduard Endier und Karl Band errichteten den Kirchenbau in der Stahlskelettbauweise. Das Stahlgerüst festigt die Außenwände des Hauptschiffes, des Chores wie des Turmes und trägt die Dachkonstruktion, die Turmgeschossdecken und den Glockenstuhl. Der äussere Bau ist in ortsüblichen Backsteinen mit teilweiser Verwendung von Klinkern aufgemauert. Der schlanke seitliche Glockenturm (31 m) überragt das Langhaus und ist von weitem sichtbar. Die Kirche besitzt Kupferdächer, die von grüner Patina überzogen sind. In der Giebelwand sind Arkaden eingelassen, die zu den versetzten Portalen führen. Oberhalb sind drei Rundbogenfenster angeordnet. In den Seitenwänden der äusseren Rundbögen sind weitere Zugänge.
Durch Vorräume gelangt man in die Kirche. Das Hauptschiff (13,70 m x 29,50 m) ist in sieben Jochen eingeteilt. Seine Höhe überschreitet ein wenig die Breite. Die Pfeiler tragen auf den gewölbten Bogen, die sich miteinander verbinden, die Hochwände, worauf der Dachstuhl ruht. Die betonte Balkendecke vollendet den Charakter des weiten Saales. Das Gotteshaus bot mit dem weiträumigen Mittelschiff und den angegliederten schmalen Seitenschiffen (13,15x27,10m) Sitzplätze für 280 Kinder u. 680 Erwachsene. Im Westen schließt sich der hochliegende geräumige Chor an (9m breit u.8m tief), der den Blick auf den Hochaltar von fast allen Plätzen freihält. Durch die Erhöhung um eine Stufe im ersten Joch des Hauptschiffes kommt man in den früheren Chorbereich. Die Kommunionbank trennte Kirchenraum vom Chor, der weitere sechs Stufen erhöht liegt. An den durch Verjüngung des Raumes entstehenden Stirnseiten des Hauptschiffes befanden sich an beiden Seiten je eine Kanzel und ein Seitenaltar. Zum aufgemauerten Hochaltar mit Marmor verkleidet führten drei weitere Stufen. Die Rückwand ist durch ein Fresko Auferstehung Christi geschmückt. Überdeckt ist der Chor von einer höherliegenden Holzbalkendecke. Rechts vom Chor befindet sich die Sakristei, links die unmittelbar von außen zugängliche Barbarakapelle, von der aus große lichte Bogenöffnungen den Blick zum Chor freigeben. Sowohl in den Obergaden, den Seitenwänden des Chores als auch in der Barbarakapelle und Sakristei sind Rundbogenfenster eingefügt. Im Bereich der Seitenschiffe sind die Seitenwände durch Rundfenster gegliedert. 1993 erfuhr der Chorraum eine wesentliche Umgestaltung. Ab dritter Stufe wurde der Chorraum vorgezogen bis zu den ersten Pfeilern. Der Eingang von der Sakristei aus wurde in das rechte Seitenschiff verlegt. Der Hauptaltar wurde um zwei Stufen gesenkt.
Unter Ausnutzung des Höhenunterschiedes im Gelände sind unter dem höherliegenden Chor Räume ausgebaut, die zu damaliger Zeit vom Pfarrkindergarten genutzt wurden. Heute bieten diese Räume Platz für die Messdienersakristei, das Pfarrbüro und das Pfadfinderheim. 

 

Text von Josef Holthausen